P2P Kredite

Infos und Ratgeber zum Thema P2P Kredite und Crowdinvesting

Hier den P2P Plattform Check machen

Wer einen Kredit aufnehmen möchte, hat heute inzwischen eine größere Auswahl als noch vor einigen Jahren. Der sogenannte P2P Kredit hat sich inzwischen auf dem Finanzmarkt etabliert und er ist ein nicht unerheblicher Wettbewerb für Banken. Sowohl für den Kreditnehmer als auch für die Kreditgewährenden bestehen beim P2P Kredit viele Chancen und Möglichkeiten. Mit dem P2P Kredit können auch Personenkreise, die bei Banken als schwierige Kreditkunden gelten, eine Chance auf ein Darlehen haben. Das sind beispielsweise Selbstständige mit einem relativ kleinen Gewerbebetrieb, der wenig materielle Sicherheiten bietet.

Aber auch der Kreditgewährende profitiert von dem P2P Kredit. In Zeiten, in denen die Geldanlage längst nicht mehr so lukrativ ist wie in der Vergangenheit und in der die Null-Zins-Politik gängige Praxis geworden ist, können Kreditgeber sich mit der Kreditvergabe an Privatpersonen oder auch dem Crowdinvesting einen neuen Weg schaffen, um für die Geldanlage einerseits sinnvolle Wege zu wählen, andererseits angemessene Zinserträge zu erzielen und damit nicht mehr auf die Geldanlage bei Banken zu Niedrigzinsen angewiesen zu sein.

Die Anlage erfolgt über spezielle Marktplätze

Verschiedene Marktplätze stehen zur Verfügung, um Kreditsuchende und Kreditgeber zusammen zu führen. Dabei sind die Marktplätze aber lediglich die Kontaktbörse bei beide Parteien. Der Kredit selbst wird nicht über den Marktplatz als dritte Vertragspartei abgewickelt. Für den Kreditsuchenden ist sehr angenehm, dass auf den Marktplätzen bei der Suche nach einem Kredit noch keine Kosten anfallen. Erst dann, wenn es zum Kreditgeschäft gekommen ist und die Kreditanfrage bewilligt wurde sowie der gewünschte Geldbetrag ausgezahlt wurde, fallen die Gebühren für die Vermittlung an.

Für den Kreditnehmer ergibt sich hieraus ein sehr wichtiger Vorteil. Er ist nämlich so in der Lage, auf Kreditnehmer Plattformen einen Antrag auf einen Kredit zu stellen, ohne das Risiko zu haben, dass auf allen Plattformen Gebühren anfallen. Dann kann er ganz entspannt abwarten, auf welcher Plattform das beste Kreditangebot mit den günstigsten Kreditzinsen und Konditionen besteht.

Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass diese Geschäftsform unter das Fernabsatzgesetz fällt. Das heißt, selbst dann, wenn ein Kreditnehmer sich für eine Plattform und damit ein Kreditangebot entschieden hat, besteht noch immer das gesetzlich eingeräumte 14-tägige Widerrufsrecht, von dem der Kreditnehmer Gebrauch machen kann, ohne dass irgendwelche Kosten entstehen.

Was ist eigentlich Crowdinvesting?

Beim Crowdinvesting handelt es sich um eine Finanzierungsform, innerhalb derer sich viele verschiedene Personen als Mikroinvestoren, Investoren oder auch Anleger mit eher kleineren Geldbeträgen mittels Internet an Jungunternehmen, den sogenannten Start-ups, finanziell beteiligen.

Der Vorteil der Jungunternehmen liegt hierbei darin, dass sie sich nicht mit klassischen Banken und den Regularien für die Kreditvergabe beschäftigen müssen. Für die Anleger wiederum liegt der Vorteil darin, dass sie auch hier ihr Geld gewinnbringend und unabhängig von Banken und deren Zinspolitik investieren können. Die Verzinsung erfolgt hier in verschiedenen Varianten. Das können stille Beteiligungen sein. Aber auch Genussrechte oder sogenannter partiarische Darlehen sind wählbar bei der Geldanlage.

Die Mikroinvestition wird dahingehend getätigt, dass über eine Plattform ein bestimmtes Crowdinvesting-Projekt vorgestellt wird. Dazu wird ein fester Zeitraum fixiert, innerhalb dessen eine bestimmte Summe für das Projekt gesammelt sein muss. Wird diese Geldsumme im vorgegebenen Zeitrahmen nicht erreicht, bekommen alle Investoren ihre Einzahlung zurückerstattet.

Für den Mikroinvestor ist es so möglich, eine variable und gegebenenfalls sogar sehr hohe Rendite für die Investition zu erzielen, sofern die Entscheidung für ein erfolgreiches Start-up ausgefallen ist. Allerdings sind natürlich gerade beim Crowdinvesting relativ hohe Risiken gegeben, denn die Geldanlage erfolgt in ein Unternehmen, das sich mit seinen Produkten oder Dienstleistungen noch nicht am Markt etabliert hat und das somit auch das Risiko hat, zu scheitern und dem Investor somit keinerlei Zinsen zu erbringen. Das Risiko für den Investor kann sogar so weit reichen, dass der komplette Einsatz verloren geht, sofern das Unternehmen, in das die Investition getätigt wurde, nicht erfolgreich am Markt wird.

Beim Crowdinvesting handelt es sich aus gesetzlicher Sicht bei der stillen Beteiligung um eine sogenannte Fremdkapitalforderung, nicht aber um die Beteiligung am Eigenkapital. Die sogenannte Beteiligung am Eigenkapital ist dann gegeben, wenn ein stiller Gesellschafter auf der Basis eines Gesellschaftsvertrages das gleiche Verlust- sowie auch Insolvenzrisiko trägt wie ein Kommanditist.

Die Mindestanlage

So neu, wie oftmals vermutet wird, ist die Idee vom Crowdinvesting, gern auch als Schwarmfinanzierung bezeichnet, eigentlich nicht. Die Basis hat diese Finanzierungsform im kulturellen Bereich, wo Musiker und Filmemacher sowie Autoren sich ihre Projekte durch die Mikroinvestition verschiedener Anleger finanzierten. Für die Start-ups ist das Crowdinvesting aber noch Neuland und es befindet sich folgedessen entwicklungstechnisch noch in der Kinderschuhphase. So stark, wie die Nachfrage nach dem Crowdinvesting steigt, so stark ist auch die Entwicklung ständig neuer Plattformen, die hier als Vermittler agieren. Allerdings sind auch viele der Vermittlungsplattformen schon wieder vom Markt verschwunden, denn die Mindestanlage für das Crowdinvesting ist nur relativ gering und die Einnahmen fallen vergleichsweise niedrig aus. Für Mikroinvesstoren gilt eine Anlage von 500 Euro in das gewählte Start-up als durchschnittliche Mindestanlage.

Beim P2P Kredit wählt der Anleger selbst aus, wie hoch er die Anlage tätigen möchte. Das kann in der Praxis so aussehen, dass sich mehrere Anleger mit geringen Anlagen zusammen tun und dann gemeinsam mit den zusammengelegten Mikroanlagen einen einzigen Kreditnehmer mit der notwendigen Liquidität versorgen. So kann ein Kreditnehmer beim P2P Kredit seinen Wunschbetrag als Kredit erhalten, die Anleger selbst halten durch recht geringe Einlagen in den P2P Kredit ihr Risiko aber gering, weil sie eben vergleichsweise niedrige Summen in den P2P Kredit investieren.

Für das Crowdinvesting gilt, dass ein Projekt über eine Plattform, nachdem dieses geprüft wurde, nur dann zustande kommt, wenn innerhalb eines fixierten Zeitraums eine Mindestgesamtsumme in Form von Anlagen zur Verfügung steht. Ist das nicht der Fall, erhalten die Investoren ihre Geldanlage unverzinst zurück bezahlt.

Die Besicherung von P2P Krediten

Banken tun sich mit der Vergabe von Krediten in den letzten Jahren immer schwerer. Sie werden immer vorsichtiger, was die Vergabe von Krediten an weniger bevorzugte Kunden angeht und das hat für viele Antragsteller die Folge, dass die Prüfung der Vergabe eines Kredit sich lange hinzieht und teilweise sogar Wochen beanspruchen kann, bis eine Zu- oder Absage getroffen wird. Gerade für Start-ups oder Jungunternehmer kann es sich also lohnen, auf den P2P Kredit oder das Crowdinvesting zu setzen, um an die gewünschte Kreditsumme zu gelangen. Nun kommt der Anleger ins Spiel, denn dieser kann Kredite nach Wunsch und an wen er möchte vergeben und dabei auch die Regeln gemeinsam mit dem Kreditnehmer vereinbaren, was die Besicherung der Anlage oder des P2P Kredites angeht.

Sehr wichtig ist natürlich, dass die Besicherung genau fixiert wird. Bei dieser Kreditform können sowohl Autos als auch Immobilien und Rückkaufgarantien als Sicherheiten vom Kreditnehmer genutzt werden. Rückkaufgarantien sind oftmals dahingehend gekennzeichnet, dass ein Geschäftskredit mit einer Rückkaufgarantie belegt ist, wenn ein Kreditnehmer innerhalb einer Frist von 60 Tagen keine Rückzahlung des Darlehens leistet.

Dazu muss ein Kreditnehmer auch beachten, dass die Schufa-Prüfung beim P2P Kredit ebenso geläufige Praxis ist, wie die auch bei der Kreditaufnahme der Bank der Fall ist. Allerings können die Kreditgeber hier die Regularien bestimmen, ob ein Kredit trotz eines beispielsweise bestehenden Eintrags, der bereits bedient wurde, erfolgt. Weil der Kreditgeber die Regeln bestimmt, haben Kreditnehmer hier mehr Verhandlungsspielraum als dies beim Kredit, der über eine Bank aufgenommen wird, der Fall ist. Dort haben die Mitarbeiter klare Vorgaben, was die Kreditvergabe angeht und es besteht für Kreditnehmer kein Verhandlungsspielraum.

Geht es um das Crowdinvesting, dann investiert der Anleger hier in ein Unternehmen und die Sicherheit ist lediglich darin gegeben, dass das Start-up erfolgreich am Markt Fuß fassen kann und der Anleger somit eine Gewinnbeteiligung als Besicherung erfährt. Kommt das Crowdfunding Projekt überhaupt nicht zustande, weil die Anlagen zu gering ausgefallen sind, bekommt der Anleger die investierte Geldeinlage zurück. Scheitert das durch Crowdfunding finanzierte Start-up auf dem Markt, kann nicht nur der gewünschte Gewinn aus der Mikroanlage nicht zustande kommen. Es besteht auch die Möglichkeit, dass ein Investor hierdurch seine komplette Einlagesumme verliert.

Rückzahlung

Beim P2P Kredit erfolgt die Rückzahlung der Kreditsumme zuzüglich der Zinsen ähnlich einem Annuitätendarlehen in regelmäßigen festgelegten Beträgen, wie es auch bei der Bank der Fall ist.

Beim Crowdfinvesting bleibt die Anlage für gewöhnlich im Start-up als Einlage erhalten, der Anleger erhält anstelle dessen beispielsweise Gewinnbeteiligungen am Start-up anstelle der klassischen Rückzahlung als Zinsen für seine Einlage.

Marktkennzahlen Crowdinvesting

Erstmalig kam eine Crowdinvesting Plattform namens ProFounder im Jahr 2009 auf den Markt und konnte das erste Finanzierungsprojekt erfolgreich abschließen. Bis zum Jahr 2001 war das Crowdinvesting noch mit einem relativ geringen Volumen belegt. Ab dem Jahr 2012 stiegen dann sowohl die Anzahl wie auch die Volumina der erfolgreich über Crowdinvesting finanzierten Projekte. Dennoch spielt das Crowdinvesting innrhalb der sogenannten Wagnisfinanzierungen noch eine sehr unbedeutende Rolle. In Deutschland konnte über Crowdinvesting im Jahr 2011 eine Summe von 450.000 Euro gesammelt werden. Im Jahr 2012 stieg diese Summe dann steil auf 4,2 Millionen Euro, die auf 43 Start-ups verteilt waren. Im Jahr 2016 konnten bereits Crowdinvesting-Volumina in Höhe von 63,8 Millionen realisiert werden. Das bedeutet ein Wachstum von 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei wurden seit dem Jahr 2011 in Deutschland insgesamt 115,6 Millionen Euro in Immobilien, weiterhin 80,3 Millionen Euro in Unternehmen und 17,4 Millionen Euro als Investitionen in Energieprojekte verzeichnet werden.